Pathfinder-Projekt TIME

 

Anschub des Projekts "Print Reloaded" eine Analyse aktueller Geschäftsmodelle in zweiseitigen Märkten am Beispiel der Printmedienbranche (Prof. Piller/Prof. Brettel)

Das Scheitern der Financial Times Deutschland, ein Beispiel aus der Printmedienbranche, zeigt, dass Unternehmen – trotz großem finanziellen Ressourceneinsatz – ihre unternehmerischen Tätigkeiten nicht nachhaltig aufrecht erhalten können, wenn die Grundlagen für das Geschäftsmodell nicht oder nicht mehr gegeben sind. Die besonderen Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel Regulierungsbestimmungen, sowie die Durchdringung mit digitalen Technologien, beispielsweise die Medienrezeption auf mobilen Endgeräten, führen in diesem Segment zu einem Wettbewerbsdruck, der mit Einstellung ganzer Zeitschriften und Verlage enden kann.

Die Printmedienbranche ist vor allem aus zwei Gründen für die wissenschaftliche Analyse von Geschäftsmodellen hoch interessant:

  1. Die Printmedienbranche stellt ein klassisches Beispiel für ein Geschäftsmodell auf Basis zweiseitiger Märkte , dem Verkauf an den Leser als Kunden und dem Verkauf von Werbefläche, dar. Dieses Prinzip bildet mittlerweile das Grundverständnis für Geschäftsmodelle in vielen Branchen, beispielsweise für den Markt für Smartphone Apps.
  2. Den Printmedien in Deutschland kommt eine immer noch herausragende Stellung bei der Informationsbeschaffung, -aufbereitung und -verbreitung zu. Diese Funktionen sind wichtige Stützpfeiler einer Demokratie. Das regelmäßige Scheitern der Geschäftsmodelle im Printbereich kann daher für die Bevölkerung in Deutschland weitreichende Folgen haben. Die Vielfalt und die Qualität der Informationen könnte leiden und so zu einem Meinungsverlust in der Bevölkerung führen.

Es stellt sich deshalb die Frage, ob und wie erfolgreiche Geschäftsmodelle im Print- und Verlagsbereich auch in Zukunft Bestand haben oder entwickelt werden können.

Das Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die theoretischen Grundlagen von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Geschäftsmodellen im Bereich der Printmedien empirisch zu erforschen.